Ablauf & Rahmenbedingungen einer Psychotherapie oder Beratung

Wie eine Psychotherapie oder Beratung ablaufen kann?


Das Erstgespräch dient dazu, dass wir einander kennenlernen können und wir die Rahmenbedingungen einer Psychotherapie abklären.

Sollte ich eine ärztliche Abklärung Ihrer Beschwerden für notwendig erachten und noch keine medizinischen Befunde vorliegen, werde ich Sie bitten sich auch noch fachärztlich zu Beginn der Therapie abklären zu lassen (Eine Psychotherapie kann eine möglicherweise notwendige medizinische und fachärztliche Behandlung nicht ersetzten).


Während der ersten Sitzungen lerne  ich Ihre Probleme, die Symptome, Ursachen und die individuellen Entstehungsgeschichten verstehen, sowie die Faktoren, die für die Aufrechterhaltung der Problemstellung verantwortlich sind. Um Sie und Ihre Geschichte kennenzulernen und die Zusammenhänge zu verstehen werde ich Ihnen viele Fragen stellen. In der anschließenden Problemanalyse werden wir Ihren Beschwerden und Themen auf den Grund gehen.


Anschließend werden wir gemeinsam Ihre ersten Therapieziele definieren und uns konkrete Lösungsstrategien für Ihre Problem- und Fragestellungen überlegen, sowie die dafür notwenigen lösungsorientierten Schritte. 


Gemeinsam werden wir die notwendigen Strategien entwickeln, um die zuvor definierten Therapieziele zu erreichen. Im Laufe des Therapieprozesses können sich diese auch ändern, bzw. neue Themen sich ergeben die ebenfalls berücksichtigt werden, wenn Sie das möchten.

Im Therapieprozess ist mir absolute Transparenz, sowie eine Orientierung an Ihren persönlichen Ressourcen (ihren Stärken und vorhandenen Fähigkeiten) sehr wichtig und wir werden jeden therapeutischen Schritt gemeinsam besprechen, planen und reflektieren.


In unserer gemeinsamen Arbeit werden von mir symptomorientierte (behaviorale und kognitive), psychophysische, ebenso wie personen- und hintergrundorientierte (systemisch-biographische und sozioökonomische) Aspekte berücksichtigt.


Hier geht es um die Aktivierung Ihrer persönlichen Ressourcen, die Planung konkreter und für Ihren Therapieprozess hilfreicher Aktivitäten und das Einübung neuer Verhaltensmuster und gesunder Gewohnheiten bis zum Abschluss der Therapie.


Die Therapie ist beendet, wenn Sie Ihre persönlichen Therapieziele erreicht haben und das Gefühl haben, dass für Sie ein Weiterführen der Therapie nicht mehr notwenig ist.

Eine Psychotherapie folgt dem Prinzip der Freiwilligkeit, deswegen kann eine Therapie bzw. Beratung natürlich auch jederzeit beendet werden – ich möchte Sie jedoch in diesem Fall bitten, dass wir ein letztes Abschlussgespräch vereinbaren. 

Für mich gilt bei der Anzahl der Sitzungen der Grundsatz: so viele wie nötig, so wenige wie möglich! 



Dauer einer Psychotherapie

 

Am Beginn der Therapie wird in der Regel empfohlen, dass die  Sitzungen einmal pro Woche  bzw. nach Möglichkeit regelmäßig stattfinden (auf Wunsch oder bei Bedarf sind auch erweiterte Einheiten, zwei Einheiten oder eine Doppeleinheit pro Woche möglich).

 

Pauschal ist es kaum möglich hier konkrete Angaben zu machen, da die Anzahl und auch die Frequenz der Sitzungen nicht nur von der Schwere der Symptomatik, den Themenstellungen oder den vereinbarten und angestrebten Therapiezielen, sondern auch von der Bereitschaft der Patient*Innen / Klient*Innen abhängt, sich auf die Therapie oder Beratung einzulassen und aktiv an geplanten Veränderungen zu arbeiten. 

 

Mir ist bewusst, dass die Kosten einer Therapie für meine Patient*Innen eine Belastung darstellen können, deshalb gilt für mich bei der Anzahl der Sitzungen der Grundsatz: so viele wie nötig, so wenige wie möglich! 

Verschwiegenheit:

 

Die Therapie unterliegt der  uneingeschränkten  und  gesetzlich vorgeschriebenen Verschwiegenheit.

 

 §15 des Psychotherapiegesetzes lautet: "Der Psychotherapeut sowie seine Hilfspersonen sind zur Verschwiegenheit über alle ihnen in Ausübung ihres Berufes anvertrauten oder bekannt gewordenen Geheimnisse verpflichtet."

 

Das bedeutet, dass ich keinerlei Auskünfte gegenüber Dritten zu den mir anvertrauten Therapiegeheimnissen und meinen Patient*Innen / Klient*Innen geben darf, weder gegenüber Partnern, Familienmitgliedern, oder anderen privaten und öffentlichen Einrichtungen. 

Die Verschwiegenheitsverpflichtung gilt auch in der Supervision und bleibt ebenso nach Beendigung der Therapie weiter bestehen! 

 

Die selbe gesetzliche und ethische Verschwiegenheit gilt auch für psychotherapeutische Hilfskräfte (bspw. die Assistentin, etc.).



Sitzungen:

  • Einzeltherapie:  1 VT Einheit = ca. 45 – 50 Min.  
  • Die Frequenz einer Einzeltherapie ist üblicherweise wöchentlich oder 14-tägig
  • Gruppentherapie ist in Planung
  • Zielgruppen:  junge Erwachsene, Erwachsene, ältere Menschen

 



Was Psychotherapie kann und was sie nicht kann:

Psychotherapie und Beratung können kurativ, lindernd, emanzipatorisch, gesundheitsfördernd oder präventiv und persönlichkeitsentwickelnd sein. Dabei sind Freiwilligkeit und Eigenverantwortung bedeutsame Aspekte.

 

Eine Psychotherapie kann keine möglicherweise notwendige medizinische Behandlung oder fachärztliche Abklärung ersetzten. Gerade in einer Akut-Phase und bei bestimmten Symptom- und Störungsbildern ist diese häufig notwendig und es kann vorkommen, dass ein psychotherapeutisches Arbeiten überhaupt erst durch eine zuvor angemessene und notwendige medizinische Abklärung und (medikamentöse) Behandlung möglich wird. 

 

Die psychotherapeutische Diagnostik ist häufig eine Prozess-Diagnostik, das bedeutet, dass diese Zeit in Anspruch nimmt und keinen absoluten Wahrheitsanspruch darstellt, weshalb auch eine zusätzliche medizinische Abklärung notwendig sein kann. In der Verhaltenstherapie stehen uns dafür die ersten Stunden, auch probatorische Sitzungen genannt, zur Verfügung. Es kann auch vorkommen, dass sich die Symptome im Therapie-Verlauf verändern und die Diagnostik bzw. das therapeutische Vorgehen an diese, während des therapeutischen Prozesses entstandenen neuen Gegebenheiten, angepasst werden müssen.


Mögliche Nebenwirkungen einer Psychotherapie:

Wie in einer medizinischen Behandlung, kann es auch in einer Psychotherapie und während eines psychotherapeutischen Prozesses möglicherweise zu Nebenwirkungen kommen:

 

» Gerade am Anfang einer Psychotherapie kann es zu einer Phase kommen, in der sich die Symptome vorübergehend verschlechtern. Das kann damit zusammenhängen, dass man sich intensiv mit den eigenen Themen und der Symptomatik auseinandersetzt, oder Fragen und Themen aufgeworfen werden, mit denen man sich bisher möglicherweise so noch nicht bewusst auseinandergesetzt hat.

» Auch Phasen von Unsicherheit, Selbstzweifel oder Selbstüberschätzung sind möglich.

» Bisherige Beziehungen oder Sichtweisen darauf können sich währen des therapeutischen Prozesses verändern. Sie können sich verbessern, aber es kann sich auch Ihre Sichtweise und Einstellung dazu im Verlauf verändern.

» Auch berufliche Sichtweisen und Vorstellungen können sich verändern.

» Therapieziele und Themen können sich verändern, oder zeitliche und finanzielle Belastungen auftreten.

» Bei längeren Therapien kann es zu Verstrickungen in der Beziehung zum Therapeuten/ zur Therapeutin kommen – dabei ist stets zu beachten, dass die therapeutische Beziehung keine private, sondern eine professionelle Arbeitsbeziehung ist.

 

Sollten Sie solche Veränderungen während Ihrer Therapie bei sich feststellen, wird empfohlen diese unbedingt mit Ihrer behandelnden Therapeutin / Ihrem behandelnden Therapeuten zu thematisieren.


Kontraindikationen für eine Psychotherapie:

» Zustand einer akuten Psychose

» ein aktueller regelmäßiger Drogenkonsum sowie ein Zustand eines akuten Entzuges 

» eine akute Manie

» eine schwere Depression

» eine akute Suizidalität

» hirnorganische Störungen

» ein "fehlendes" Störungsmodell

 

Die beschriebenen Punkte sind beispielsweise Kontraindikationen für eine psychotherapeutische Behandlung – in diesen Fällen ist eine fachärztliche Abklärung sowie eine medizinische Behandlung unbedingt notwendig und Voraussetzung für eine weitere psychotherapeutische Behandlung (auch wenn diese gegebenenfalls im Verlauf des therapeutischen Prozesses auftreten sollten, kann eine Psychotherapie eine medizinische und fachärztliche Behandlung nicht ersetzen und sollte eine solche Pause vorkommen, ist der medizinischen Behandlung der Vorrang zu geben). 


24h – Absage – Regelung:

» Gebuchte Termine sind bis 24 Stunden vorher abzusagen.

» Bei Absagen bis 24 Stunden vor Ihrem Termin entstehen Ihnen dadurch keine Kosten. 

» Geschieht eine Absage nicht zeitgerecht, oder gar nicht, muss die vereinbarte Sitzung als Ausfallshonorar verrechnet werden, da der zuvor vereinbarte Termin nur für Sie reserviert und freigehalten wird. 

» Sollte ich den vereinbarten Termin nicht einhalten können, gebe auch ich Ihnen bis 24 Stunden vorher Bescheid und bemühe mich sofern es terminlich möglich ist, einen Ersatztermin anzubieten. 

» Ausgenommen von dieser Regelung in meiner Praxis ist, wenn der Termin aufgrund einer akuten oder kurzfristigen Erkrankung nicht stattfinden kann. In diesem Fall bitte ich Sie mir oder meiner Assistentin Frau Wiesner, sobald es Ihnen möglich ist bescheid zu geben, bzw. sollte es mich betreffen, werden auch Sie umgehend von mir oder meiner Assistentin informiert.