Stress & Überlastung

Stress stellt grundsätzlich eine natürliche Reaktion unseres Organismus auf kurzfristige Belastungssituationen dar. Manchmal wird er aber zu einem Dauerzustand und kann ohne ausreichend Entspannung und Ruhe zu gesundheitlichen und psychischen Folgen führen. 


Was ist Stress?

Stress ist eine natürliche Reaktion unseres Organismus auf kurzfristige Belastungssituationen. In dieser Stressreaktion wird unser Körper mit Botenstoffen, z. B. Adrenalin und Cortisol, überflutet. Unser Herzkreislauf-System arbeitet auf Hochturen, der Puls steigt stark an, die Atemfrequenz erhöht sich, damit unsere Muskulatur besser durchblutet wird und sich unser Körper auf eine Reaktion vorbereiten kann. Ist die akute Belastungssituation vorbei, normalisieren sich diese Körperreaktionen wieder und es folgt eine Phase der Entspannung. Solche kurzfristigen Stressreaktionen stellen meist kein gesundheitliches Risiko dar. 

 

Stellt dieser Stress jedoch einen Dauerzustand dar und es finden nicht ausreichend Entspannungsmöglichkeiten sowie Phase der Ruhe und des Ausgleiches statt, wird dieser Stress chronisch und zu einem großen gesundheitlichen Risiko, sowohl körperlich als auch psychisch. 

 

Leider sind davon in unserem modernen Alltag immer mehr Menschen betroffen. Sie fühlen sich ständig gestresst, unter Druck und zunehmend belastet, sowohl in ihrer Arbeit, als auch häufig in ihrem privaten Umfeld. Aber nicht nur der moderne Alltag führt immer häufiger zu einer chronischen Gestresstheit, sondern auch körperliche oder / und psychische, sowie emotionale Leidenszustände und innere Konflikte verursachen häufig eine massive und über lange Zeit andauernde Stress-Belastung!


Stress in der richtigen Dosis ist wie das Salz in der Suppe: Er macht das Leben abwechslungsreich und lebendig. Er sorgt für Anregung und optimale Denkprozesse. Stress in Maßen ist also durchaus gesund.

Welche gesundheitlichen Folgen hat (Dauer)-Stress?

Die Auswirkungen einer andauernden Stresssituation zeigen sich zunehmend psychisch und/oder physisch.

 

Lange andauernde Stresssituationen ...

– schwächen das Immunsystem langfristig

– können sich auf den Magen-Darm-Trakt auswirken

– können zu Herz-Kreislauf-Erkankungen führen

– verändert unser Gehirn und kann uns vergesslich machen

– wirken sich auf unsere Sexualität aus

– beschleunigen den individuellen Alterungsprozess bzw. macht alt

– ruft Schlafstörungen herbei

– verursacht Muskelverspannungen (z. B. Kopf- und Rückenschmerzen)

– führt zu erhöhten Blutzucker- und Cholesterinspiegelwerten und fördert
demnach eine starke Fetteinlagerung

– erhöht das Risiko für werdende Mütter und ihr Kind

– beeinflusst häufig zunehmend negativ eigene soziale, partnerschaftliche
und familiäre Beziehungen

– führen dazu, dass die eigene Lebensfreude abnimmt

– führen zu Erschöpfungszuständen, Depressionen, Suchterkrankungen
oder Bund-Out


Es ist jedoch auch wichtig zu erwähnen, dass ein vollkommen "stressloses" Leben ebenso ungesund ist, da dieser für unseren Organismus auch anregend ist. Dieser positive Stress wird als angenehm, anregend und leistungssteigernd empfunden, in Abgrenzung zum ungesunden Stress, der häufig als belastend und zunehmend leistungsmindernd empfunden wird. 


Stress bewältigen lernen!

Es ist wichtig, den eigenen Bedürfnissen und Lebensumständen folgend, ganz individuelle Stress-Bewältigung-Strategien (Copingstrategien) zu entwicklen. Dabei kann Psychotherapie und Beratung einen wertvollen und wichtigen Beitrag für Sie persönlich darstellen. 

 

Neben der Stabilisierung des eigenen Selbstwertes und einer Steigerung der persönlichen Resilienz, spielt die Bearbeitung von individuellen "inneren Antreibern" sowie von stressverschärfenden und leistungsfordernden Glaubenssätzen, die ihren Ursprung häufig bereits in der eigenen Erziehung und in persönlichen Familiensystemen haben, eine bedeutende Rolle.

 

Solche persönlichen und bereits in Familiensystemen vorherrschenden Glaubenssätze können beispielsweise sein: "Hast du was, dann bist du was, hast du nix, dann bist du nix", "Das Leben schenk einen nichts", "Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen", "Im Leben wird einem nichts geschenkt", "Die anderen könnten denken ich bin nicht klug/faul/...", usw. Erkennen Sie sich möglicherweise darin wieder?


Maßnahmen

– ein ganz individuell angepasstes und ganzheitliches Konzept, das u.a. folgende Bereiche mit einschließt: Persönlichkeit, Arbeit und Alltag, Kognition (persönliche Denkmuster), Entspannung und Soziales.

– die persönliche Einstellung reflektieren und wenn notwendig zu bearbeiten. Gibt es im persönlichen Denken stressfördernde Einstellungen wie beispielsweise: Perfektionismus, Überbewertungen, Überverantwortlichkeit oder Generalisierungen?

– Ein Realitätsabgleich kann wichtig und hilfreich sein

– Die Reflexion des persönlichen Denkens und Fühlens stellt einen notwendigen Bestandteil in einem Veränderungsprozess, weg vom Dauerstress, dar.

– Ungesunde Verhaltensmuster müssen gegen neue gesunde und alternative Verhaltensweisen ausgetauscht werden

– Entspannung und Ausgleich lernen und fix in den Alltag integrieren

Häufig unterschätzt und in der psychotherapeutischen Praxis häufig noch wenig berücksichtigt ist die Bedeutung des Körpers für therapeutische Veränderung-, persönliche Entwicklung-, Linderung- und Heilungsprozesse.


Weitere Maßnahmen

– Bewegung – hat einen positiven Einfluss auf das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel, die Hirnfunktionen, die psychische Gesundheit und das emotionale Gleichgewicht.

 

 

– Ein Ausgleich in kreativen Tätigkeiten

– Eine gesunde,  ausgewogene  und maßvolle Ernährung um das Risiko von körperlichen und psychischen Erkrankungen zu reduzieren.


 

Quelle: I. Strobl (2018):  "Stressbewältigung und Burnoutprävention", 2. Aufl. Stuttgart: Thieme

Lebensstil-Modifikation

Die notwenige und ganzheitliche Lebensstilmodifikation, die für eine Stressbewältigung und ein nachhaltiges Stressmanagement unumgänglich und wichtig ist, stellt häufig für Betroffene eine enorme Herausforderung dar und eine konsequente und nachhaltige Umsetzung fällt ihnen häufig schwer. 

Hier kann es wichtig sein, Hilfe von Expert*innen beispielsweise Psychotherapeut*Innen, Diätolog*Innen, Bewegungsexperte*Innen oder Mediziner*Innen in Anspruch zu nehmen, um diese  persönlichen Lebensstil-Veränderungsprozesse effizient, nachhaltig und erfolgreich zu bewältigen und wieder zu einem balancierten, gesunden eigenen Leben, zu neuer Lebensfreude und persönlichem Wohlbefinden zu gelangen.