Sexualität & sexuelle Orientierung

Sexualität ist einer der zentralsten Aspekte des Mensch-Seins und des menschlichen Lebens. Trotzdem sind das Sprechen über die eigene Sexualität, eigene sexuelle Wünsche und Bedürfnisse, oder die eigene sexuelle Identität und Orientierung auch heute noch häufig tabuisiert und oft zu wenig in Therapien berücksichtigt.


Sexualität: divers & subjektiv

Es ist enorm wichtig, offen und in geschütztem Rahmen gesellschaftliche Welthaltungen über Sexualität in Partnerschaften, eigene Wünsche und Bedürfnisse und die eigene sexuelle Identität und Orientierung reflektieren zu können, vor allem aber auch über mögliche Konflikte die sich für den individuellen Menschen und auch im Kontext mit dem jeweiligen sozialen Umfeld daraus ergeben können und die häufig großes Leiden und Verunsicherung mit sich bringen können, "Wer bin ich", "Wie bin ich", "Wie möchte ich sein" und "Was sind meine Bedürfnisse und Vorstellungen" sind unter anderem wichtige Fragen, die sich im Kontext der individuellen Sexualität ergeben können!

 

Genauso gehört hier auch das subjektive Verständnis von männlich, weiblich und anderen geschlechtlichen Identitätsformen dazu, wie die individuelle Weltsicht, das persönliche Wertesystem und unterschiedliche Lebenskonzepte, beispielsweise hetero-normative Sichtweisen genauso wie nicht-hetero-oder-homo-normative sowie homo-normative Lebenskonzepte und -vorstellungen. Sexualität an sich ist ein von hoher Diversität und Subjektivität gekennzeichnetes Themenfeld. 

 

Es ist wichtig diese Tatsache auch in der therapeutischen Arbeit stets zu berücksichtigen und jedem Menschen in seiner Individualität und Einzigartig wertschätzend und offen zu begegnen, um auch in diesem Bereich bestmöglich und individuell unterstützen zu können!


Sexuelle Orientierung & Diversität

Eine Vielfalt von Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten hat es zu allen Zeiten und in allen Kulturen gegeben. Auch wenn die heutige Gesellschaft immer liberaler wird gegenüber verschiedenen sexuellen Orientierungen und unterschiedlichen Lebensentwürfen und -konzepten, so herrscht bei vielen oft eine große Unsicherheit und Ambivalenz gegenüber nonkonformen Sexualitäten und Geschlechtsidentitäten. 

 

Auch wenn sich die Themen, Probleme und psychischen Leidenszustände von nicht-heteronormativen Menschen grundsätzlich nicht von denen heterosexueller Menschen unterscheiden, so entsteht durch die oft direkte und indirekt erfahrene Diskriminierung von LGBTQ+-Menschen eine höhere Prävalenz von psychischen Problemen und Störungen im Sinne des „minority stress“.

 

Ebenso sind homo-, bi-, asexuelle etc. Menschen häufig mit Herausforderungen und inneren und äußeren Konflikten konfrontiert, alleine schon aufgrund der Tatsache des „sich outens“, mit denen heterosexuelle Menschen in unserer Gesellschaft nicht konfrontiert sind.

 

Folgen möglicher daraus entstehender psychischer, emotionaler und sozialer Belastungen kann die Entwicklung verschiedener psychischer Symptome sein. Dazu zählen in erster Linie affektive Störungen, Angststörungen, Identitätskrisen etc. sowie eine dreifach erhöhte Suizidrate.

 

Die Akzeptanz der eigenen sexuellen Orientierung, die Entwicklung eines eigenen Lebenskonzeptes, sowie alltägliche Herausforderungen können für Betroffenen eine massive Überforderung darstellen. Sie  fühlen sich häufig alleine mit Ihren Themen und Problemen und haben nicht selten sehr lange das Gefühl mit niemandem darüber sprechen zu können.

 

Psychotherapie kann hier eine wertvolle Hilfestellung und Unterstützung darstellen, um mögliche Themen und Problemstellungen besser zu bewältigen, sich selbst zu erfahren sowie Antworten auf mögliche Fragen zu finden, die sich aus dem eigenen „Anderssein / So-Sein“ ergeben können. Außerdem kann Psychotherapie auch hier hilfreich sein, um den eigenen Selbstwert und das Selbstbewusstsein zu stärken sowie die Lebensqualität und das eigene Wohlbefinden nachhaltig zu verbessern.


Die Ursache sexueller Probleme:

Sexuelle Probleme können ebenso Folgen körperlicher oder psychischer Grunderkrankungen sein, wie auch von inneren Konflikten oder dysfunktionalen Beziehungsdynamiken. Je nach ihrer Ursache fallen diese in den Bereich der Medizin und/oder der Psychotherapie.

 

Ebenso wichtig ist es aber auch mögliche soziologische Ursachen zu berücksichtigen, beispielsweise wenn durch eine Orientierung an gesellschaftlichen Normen, Konflikte mit der eigenen Sexualität oder sexuellen Orientierung entstehen bzw. eigene Lebensweisen und Lebenskonzepte von denen des Umfeldes abweichen.

Die Ursachen sexueller Probleme können vielfältig sein und sind weit verbreitet.


Die Sexualtherapie hat als wesentliche Zielte einen Zuwachs an Informationen, die Analyse von Verhalten und Problemen, die gemeinsame Klärung, Analyse und Festlegung von Zielen, die Planung von Veränderungsmaßnahmen und ihre Durchführung sowie eine nachhaltige Stabilisierung der erarbeiteten Veränderungen.